Die wichtigsten Ausstellungen im Rheinland 2011

Das Ausstellungsjahr 2011 wird am Rhein etwas ruhiger werden, nachdem nun die RUHR.2010 und die Düsseldorfer Quadriennale abgefeiert sind. Klinger, Liebermann und Sisley, die Dogon und Lawrence von Arabien, Cragg und Celmins sind einige Namen, die für Höhepunkte des rheinischen Ausstellungswesens sorgen werden.

[Die aktuelle Vorschau auf Ausstellungen des Jahres 2019 finden Sie hier: Die wichtigsten Ausstellungen 2019 in NRW.]

Max Klinger, Elsa Asenijeff. Foto: Oliver Kurmis, Lizenz: CC-BY-Generic-2.0, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Max_Klinger,_Elsa_Asenijeff.jpgIn Sachen klassischer Moderne wird sich ab Januar das Duisburger Lehmbruck Museum um Max Klinger verdient machen: die (vorher bereits in der Kunsthalle Apolda zu sehende) Retrospektive firmiert unter dem etwas verschwurbelten Titel „Von der herben Zartheit schöner Formen“.

Im Sommer dann wirft die Bonner Kunst- und Ausstellungshalle einen Blick auf das Werk Max Liebermanns, hat aber zunächst die Sammlung der Bielefelder Kunsthalle zu Gast.

Das Wuppertaler Von der Heydt Museum setzt im Herbst seine Serie großer Impressionismus­ausstellungen mit einer Retrospektive auf das Werk Alfred Sisleys fort. Und gegen Ende des Jahres schließlich kümmert sich dann das Düsseldorfer K20 um Künstlerinnen der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts in einer Ausstellung mit Werken u. a. von Hannah Höch, Sophie Taeuber-Arp und Sonia Delaunay.

Dezidierte Liebhaber des Surrealismus werden aber nicht um ein wenig Reisetätigkeit ins Umland herum kommen: im Frühjahr sind in der Frankfurter Schirn Skulpturen und Objekte von Dalí bis Man Ray zu sehen und gegen Ende des Jahres zeigt die Fondation Beyeler in Basel eine große Schau mit Werken von Dalí, Ernst und Miró, wobei sicher auch vorher ein Besuch bei den Beyelers lohnt: zur Sommerausstellung mit Werken von Brancusi und Serra. Wer ganz auf Joan Miró setzen will, plant sich aber besser die Londoner Tate Modern für den Sommer ein.

Aus der Gegenwart

Am Düsseldorfer Ehrenhof wird das museum kunst palast im Februar mit der Großen Kunstausstellung NRW wieder den Überblick verschaffen über die zeitgenössische rheinische Kunstproduktion, bevor es dann seine Sammlung ab Mai neu präsentiert. Gegenüber plant das NRW-Forum eine Ausstellung zu Wohnkonzepten, die auf Containern basieren – das könnte interessant werden (ab Juni). Zuvor aber gilt es, die Retrospektive auf das Werk von Thomas Struth im K20 am Grabbeplatz nicht zu verpassen.

Die Duisburger Küppermühle macht im Frühjahr eine Werkschau mit Arbeiten des, 2007 mit dem Praemium Imperiale für Skulptur ausgezeichneten Tony Cragg, während das Kölner Museum Ludwig ab dem Frühjahr Arbeiten der amerikanischen Fotorealistin Vija Celmins zeigt.

Alte Meister

Für die alten Meister scheint die Rheinprovinz 2011 keine erste Adresse zu sein. Vielleicht kann man sich mit den Schinken des französischen Schönmalers Alexandre Cabanel im Kölner Wallraf-Richartz-Museum über das Frühjahr retten. Ansonsten wird man aufs Umland ausweichen müssen: etwa im Herbst nach Berlin wo das Bode-Museum in Kooperation mit dem Metropolitain Museum New York Portraitkunst der italienischen Renaissance zeigt.

Geschichte und Kulturen

Kulturforum Köln. Foto: Raimond Spekking, Lizenz: CC-BY-SA-3.0, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kulturquartier_K%C3%B6ln_-_Gesamtansicht_%287964-66%29.jpgIm neuen Sitz am Kölner Neumarkt macht das, jetzt angemessen untergekommene Rautenstrauch-Joest Museum noch bis März weiter mit seiner Sonderausstellung zu afrikanischen Megacities, bevor dort im Sommer die, aus Oldenburg übernommene, kritische Bestandsaufnahme des Mythos Lawrence von Arabiens zu sehen sein wird.

Die Bonner Kunst- und Ausstellungshalle arbeitet derweil noch weiter bis ins Frühjahr den Napoleonismus auf, bevor es im Herbst wieder spannend wird mit einer, aus dem Pariser Musée du Quai Branly übernommenen Ausstellung zur Kultur der westafrikanischen Dogon. Interessant werden könnte auch die Würdigung der Kriminalität in der Antike im Xantener Römermuseum, die ab Sommer zu besuchen sein wird („Gefährliches Pflaster“).

Sein hundertfünfzigjähriges Bestehen wird das Kölner Wallraf-Richartz-Museum im Sommer mit einer Schau zu Aspekten der Museumsarbeit feiern. Davon erwarte ich mir viel, die Wallrafs haben erfahrungsgemäß eine gute Hand in Sachen Ausstellungen, die die Materialität von Kunst- und Ausstellungsproduktion erschließen.