Die wichtigsten Ausstellungen in NRW 2018

Die Vorschau

Marina Abramović und Cao Fei, Gabriele Münter, der Realismo Magico, die exzentrische Moderne, der Westfälische Friede und das Ende des Steinkohlebergbaus. Welche Ausstellungen in NRW muss man sich für 2018 vormerken? Und was planen die Nachbarn in Paris, London, Frankfurt, München oder Basel?

Symbolbild Ausstellung, Kunstmuseum Basel. Foto: jvf

Gegenwartskunst

Bereits ab Ende Januar gibt Die Große Kunst­ausstellung NRW im Düssel­dorfer Museum Kunstpalast zunächst den Überblick über das gegenwärtige Kunstschaffen in Nordrhein-Westfalen. Auf der Leistungs- und Verkaufsschau werden nicht weniger als 152 Künstler und Künstler­innen mit rund 350 Werken vertreten sein. In der Sektion „Das kleine Format“ ist zudem kleinformatige Kunst für bemerkenswert kleines Geld zu kaufen (28. Januar – 18. Februar 2018).

Das Kunstmuseum Bonn zeigt dann, ebenfalls noch früh im Jahr, rund 70 Arbeiten des Berliner Bildhauers und Malers Thomas Scheibitz (*1968) („Masterplan\kino“, 1. Februar – 29. April 2018). Noch prominenter ist ab April nebenan die Kunst- und Ausstellungshalle unterwegs und übernimmt aus Stockholm und Humlebæk eine Großausstellung mit Werken von Marina Abramović (*1946) inklusive Reenactments einiger ihrer Performances („The Cleaner“, 20. April – 12. August 2018).

Porträt Haegue Yang © Haegue Yang. Foto: Studio Haegue Yang
Porträt Haegue Yang © Haegue Yang. Foto: Studio Haegue Yang.

Das Kölner Museum Ludwig zeigt unterdessen die erste Über­blick­sauss­tel­lung zum Werk von Haegue Yang (*1971). Die koreanische Künstlerin, die an der Städelschule als Meisterschülerin von Georg Herold studiert hat und heute in Berlin lebt, wird mit dem hauseigenen Wolf­gang-Hahn-Preis ausgezeichnet. Die Ausstellung soll fluxusartige Ob­jek­te der 1990er Jahre ebenso umfassen wie Lack­bilder, Fo­to­gra­fien, Pa­pi­er- und Videoar­beit­en, an­thro­po­mor­phe Skulp­turen und performative Werke bis hin zu raum­greifen­d­en In­s­tal­la­tio­nen aus der jüngsten Zeit („ETA 1994–2018“, 18. April – 12. August 2018).

In Düsseldorf hat sich das K21 im Ständehaus für den Winter 2018/19 eine Werkschau mit Arbeiten von Cao Fei (*1978) vorgenommen, der international gegenwärtig erfolgreichsten chinesischen Multimedia-Künstlerin (6. Dezember 2018 – 10. Februar 2019).

Cao Fei, RMB City: A Second Life City Planning, 2007-2011, Video, 6 Min., Courtesy of the artist and Vitamin Creative Space, © Cao Fei, Foto: © Kunstsammlung NRW
Cao Fei, RMB City: A Second Life City Planning, 2007-2011, Video, 6 Min., Courtesy of the artist and Vitamin Creative Space, © Cao Fei, Foto: © Kunstsammlung NRW.

Rheinaufwärts nimmt die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel Anfang des Jahres den 80. Geburtstag von Georg Baselitz zum Anlass für eine „fokussierte Retrospektive“ auf das Werk des wichtigsten deutschen Kopfverdrehers. Zeitgleich zeigt das Kunstmuseum Basel Arbeiten auf Papier von Baselitz (21. Januar – 29. April 2018).

Gleich zwei Ausstellungen im Münchener Haus der Kunst kann man sich für 2018 vormerken. Zunächst sind im Frühjahr Arbeiten der 1954 in Nürnberg geborenen, amerikanischen Künstlerin Kiki Smith zu sehen. Smiths Werke gehörten zu den wenigen Höhepunkten der Zentral­ausstellung auf der Biennale Venedig 2017 („Procession“, 2. Februar – 3. Juni 2018). Gegen Ende des Jahres dann richtet das Haus der Kunst eine umfassende Retrospektive auf das Werk von Joan Jonas (*1936) aus (9. November 2018 – 3. März 2019). Die Ausstellung mit Arbeiten der amerikanischen Pionierin der Video- und Performance­kunst ist eine Kooperation mit der Londoner Tate Modern, wo sie bereits ab Mitte März zu sehen ist (14. März – 5. August 2018).

Über 30 teils raumfüllende Arbeiten und Installationen des südafrikanischen Zeichners und Multimedia­künstlers William Kentridge (*1955) verspricht im Frühjahr das Frankfurter Liebieghaus in Dialog mit seiner Skulpturen­sammlung zu bringen („O Sentimental Machine“, 22. März – 26. August 2018).

Martha Rosler, House Beautiful: Bringing the War Home, Photo Op, 2004, ©the artist
Martha Rosler, House Beautiful: Bringing the War Home, Photo Op, 2004, ©the artist.

Die „Art Review“ hat die Videokünstlerin Hito Steyerl (*1966) unlängst zur einflussreichste Person in der Welt der Gegenwartskunst erklärt („2017 Power 100“). Ein Bild davon kann man sich im Kunstmuseum Basel machen, wo ihre Arbeiten gemeinsam mit Werken der amerikanischen Künstlerin Martha Rosler (*1943) ausgestellt werden: Martha Rosler, Hito Steyerl (5. Mai – 9. September 2018).

Ein Abstecher nach Baden-Baden muss im Sommer oder Frühherbst in die Agenda passen, wenn das Museum Frieder Burda James Turell (*1943) zeigt. Die Ausstellung soll Schlüsselwerke aus der Karriere des amerikanischen Raum-, Licht- und Wahrnehmungs­künstlers mit eigens für Baden-Baden angelegten Werken vereinen (9. Juni – 28. Oktober 2018).

Zumindest wenn man doch recht hohe Temperaturen verträgt, kann man sich für den Sommer die Manifesta 12 vormerken: Die europäische Biennale für Gegenwartskunst gastiert heuer in Palermo und kümmert sich um die Kultivierung der Koexistenz und um den planetarischen Garten: „Il Giardino Planetario. Coltivare la coesistenza“ (16. Juni – 4. November 2018).

Retrospektiven auf das 20. Jahrhundert

Anni Albers in ihrem Studio im Black Mountain College, 1937, Fotografie von Helen M. Post, Courtesy Western Regional Archives, State Archives of North Carolina. Foto: © Kunstsammlung NRW
Anni Albers in ihrem Studio im Black Mountain College, 1937, Fotografie von Helen M. Post, Courtesy Western Regional Archives, State Archives of North Carolina. Foto: © Kunstsammlung NRW.

Im Düsseldorfer K20 am Grabbeplatz plant man im Sommer mit einer Retrospektive auf das Werk der Textil­künstlerin und Grafikerin Anni Albers (1899−1994). Zuerst als Studentin, dann als Lehrerin am Bauhaus, musste Albers 1933 in die USA fliehen. Neben dem Bauhaus war es insbesondere ihre Begegnung mit lateinamerikanischer Webkunst seit Mitte der 1930er Jahre, die ihr Werk geprägt hat (9. Juni – 9. September 2018).

Die Frankfurter Schirn Kunsthalle übernimmt ab Mitte Februar aus London die Überblicks­schau Jean-Michel Basqui­at – Boom for Real, mit mehr als 100 Arbeiten des früh gestorbenen Wunderkinds (1960—1988) der New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre sowie Film-, Foto- und Archivmaterial zu Leben und Werk (16. Februar – 27. Mai 2018).

Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1982, Acrylic and oil on linen, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam,© VG Bild-Kunst Bonn, 2017 & Estate of Jean-Michel Basquiat, Licensed by Artestar, New York, Courtesy Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Foto: Studio Tromp, Rotterdam
Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1982, Acrylic and oil on linen, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam,© VG Bild-Kunst Bonn, 2017 & Estate of Jean-Michel Basquiat, Licensed by Artestar, New York, Courtesy Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Foto: Studio Tromp, Rotterdam.

Das Stedelijk Museum in Amsterdam zeigt ab Ende Mai Gemälde, Fotografien und Skulpturen des schwäbischen Künstlers Günther Förg (1952-2013) und erzählt von „A Fragile Beauty“ (Ende Mai – Ende September 2018).

Das Centre Pompidou in Paris versammelt für seine Retrospektive Franz West (1947-2012) Arbeiten aus der mehr als 40 Jahre währenden Karriere des österreichischen Ironikers (12. September – 10. Dezember 2018).

Und bis zum Winter 2018/19 muss man warten, bis das Kunsthaus in Zürich Oskar Kokoschka (1886–1980) eine große Retrospektive einrichtet (14. Dezember 2018 – 10. März 2019). Das Kunsthaus will mit rund 150 Exponaten sämtlichen Schaffens­phasen des Künstlers gerecht werden.

Klassische Moderne

Gabriele Münter, Fräulein Ellen im Gras, 1934. Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Lenbachhaus, München
Gabriele Münter, Fräulein Ellen im Gras, 1934. Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Lenbachhaus, München.

Vornehmlich im Herbst und Winter 2018/19 bieten die Museen in NRW ein starkes Ausstellungs­programm in Sachen Klassischer Moderne. Den Auftakt macht das Museum Ludwig in Köln mit der – nach München und Humlebæk – dritten und letzten Station einer Retrospektive auf das Werk von Gabriele Münter – Malen ohne Um­sch­weife. Die Ausstellung zeigt nicht nur die Malerei aus den Jahren des „Blauen Reiters“, sondern umfasst Werke aus Münters gesamter Karriere inklusive ihrer foto­grafischen Arbeiten (15. September 2018 – 13. Januar 2019).

Das Folkwang Museum in Essen widmet sich derweil dem italienischen „Realismo Magico“ um Ubaldo Oppi, Antonio Donghi und Felice Casorati: Unheimlich real – Italienische Malerei der 20er Jahre (28. September 2018 – 13. Januar 2019). Das K20 am Grabbeplatz in Düsseldorf versucht mit museum global: Die exzentrische Moderne Kunst außerhalb des westlichen Kanons der Klassischen Moderne in den Blick zu nehmen (10. November 2018 – 10. März 2019). Und die Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn schließlich plant mit Ernst Ludwig Kirchner – Erträumte Reisen (16. November 2018 – 17. Februar 2019).

In Wien nimmt man die 100. Todestage von Gustav Klimt, Egon Schiele, Otto Wagner und Koloman Moser zum Anlass für umfangreiche Ausstellungs­aktivitäten rund um die Wiener Moderne (mehr dazu unter Wiener Moderne 2018). Zu den Höhepunkten zählen sicher Egon Schiele – Expression und Lyrik im Leopold Museum (23. Februar – 4. November 2018) und Klimt ist nicht das Ende – Aufbruch in Mitteleuropa im Unteren Belvedere (22. März – 26. August 2018). Letztere Ausstellung ist im Anschluss auch in Brüssel zu sehen (BOZAR, 21. September 2018 – 20. Januar 2019).

Egon Schiele, Sitzender männlicher Akt, 1910. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons
Egon Schiele, Sitzender männlicher Akt, 1910. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons.

Im Frühjahr kommt man aber in Sachen Klassischer Moderne auch nicht an Paris vorbei. Das Centre Pompidou erinnert mit Chagall, Lissitzky, Malevitch – L’avant-garde russe à Vitebsk (1918-1922) an die Avantgarde, die sich im revolutionären Russland an der – von Chagall gegründeten – Künstlerischen Volkslehranstalt in Witebsk versammelte und zerstritt (28. Februar – 16. Juli 2018). Der Grand Palais richtet unterdessen dem tschechischen Wegbereiter der abstrakten Moderne, František Kupka, eine umfassende Retrospektive ein (21. März – 30. Juli 2018). Und das hübsche Musée Jacquemart-André kümmert sich schließlich um die amerikanische Impressionistin Mary Cassatt („Une Américaine à Paris“, 9. März – 23. Juli 2018).

Die Tate Britain in London kontert im Sommer mit Aftermath Art in the wake of World War One und erkundet den impact, den der Große Krieg auf die britische, französische und deutsche Kunst hatte (5. Juni – 16. September 2018).

Für den Herbst dann plant das Frankfurter Städelmuseum dann mit einer Retrospektive auf das Werk von Lotte Laserstein (19. September 2018 – 13. Januar 2019). Die neusachliche Künstlerin (1898-1993) hatte in der Weimarer Republik einigen Erfolg, bevor sie 1937 nach Schweden fliehen musste. Internationale Anerkennung fand ihr Werk erst wieder seit Ende 1980er Jahre. 2017/18 hatte die Ausstellung zur Kunst der Weimarer Republik in der Schirn Kunsthalle einige sehr starke Beispiele ihrer Malerei. Die Retrospektive wird im Anschluss im Moderna Museet in Malmö zu sehen sein.

Robert Delaunay, La fenêtre sur la ville no. 3, 1911–12. Foto: Solomon R. Guggenheim Foundation, Lizenz: CC0 1.0, Quelle: Wikimedia Commons
Robert Delaunay, La fenêtre sur la ville no. 3, 1911–12. Foto: Solomon R. Guggenheim Foundation, Lizenz: CC0 1.0, Quelle: Wikimedia Commons.

Deutlich etablierter geht es ab Herbst im Pariser Centre Pompidou zu. Rund 300 kubistische Werke von Picasso, Braque, Derain, Laurens, Delaunay, Léger, Picabia, Duchamp und anderen verspricht das Centre zu versammeln: Le Cubisme (17. Oktober 2018 – 25. Februar 2019).

Etwas skeptisch verbleibe ich im Hinblick auf die Ausstellung, die das Münchener Lenbachhaus gegen Ende des Jahres ausrichtet. Im Kunstbau werden Werke dreier Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen der Moderne zusammen gestellt, deren abstrakte bis ornamentale Kunst im Okkultismus wurzelten: Georgiana Houghton – Hilma af Klint – Emma Kunz (6. November 2018 – 10. März 2019).

Alte Meister

Tintoretto, Selbstporträt, 1588. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons
Tintoretto, Selbstporträt, 1588. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons.

Vor etwa 500 Jahren – das genaue Datum ist unsicher – wurde in Venedig der „verwegenste Geist, den die Malerei je gesehen hat“ (Vasari) geboren: Tintoretto. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln hat mit seiner Schau zum jungen Tintoretto die entsprechende Ausstellungs­tätigkeit eingeleitet: Tintoretto – A Star was born ist dort noch bis 28. Januar 2018 zu sehen, danach im Pariser Musée du Luxembourg (6. März – 1. Juli 2018). Der Höhepunkt der Jubel­feierlichkeiten werden aber die Ausstellungen in Venedig sein, die für die Gallerie dell’Accademia, den Palazzo Ducale und die Scuola Grande di San Marco im Herbst/Winter 2018/19 geplant sind.

Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf übernimmt unterdessen aus der Londoner National Gallery im Frühjahr eine Großausstellung zur Grisaille und ergänzt sie u.a. durch Werke aus der eigenen Sammlung. Black & White. Von Dürer bis Eliasson verfolgt die Möglichkeiten der Schwarz-Weiß-Grau-Malerei von der mittelalterlichen Grisaille-Glasmalerei über Werke von Mantegna, Rubens, Rembrandt, Tiepolo und Degas bis hin zur Gegenwart (22. März – 15. Juli 2018).

Jean Auguste Dominique Ingres und Werkstatt, Odalisque in Grisaille, um 1824-1834. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons
Jean Auguste Dominique Ingres und Werkstatt, Odalisque in Grisaille, um 1824-1834. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons.

Der französischen Kunst der Régence, des Rokoko und des frühen Klassizismus nimmt sich das Wuppertaler Von der Heydt-Museum im Herbst an. Die Ausstellung Aufbruch zur Freiheit – Das Zeitalter der Aufklärung – Frankreich im 18. Jahrhundert will das Zeitalter der Aufklärung in Frankreich ebensowohl in kunst-, alltags- und geistes­geschichtlicher Hinsicht entfalten wie in Sachen der Haupt- und Staatsaktionen in den Blick nehmen. Das ist ambitioniert (30. Oktober 2018 – 24. Februar 2019).

Der Kunst des französischen Meisters der epischen Monumentalität, Eugène Delacroix, widmet das Musée du Louvre in Paris in Kooperation mit dem Metropolitan Museum of Art eine mehr als 180 Werke umfassende Ausstellung, angefangen von den großen Skandalbildern, mit denen Delacroix in den 1820er Jahren den Pariser Salon aufmischte, bis hin zu den weniger bekannten späten Landschaften und religiösen Sujets (28. März – 23. Juli 2018).

Giovanni Bellini / Andrea Mantegna, Presentazione al Tempio, um 1460. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons / Wikimedia Commons
Giovanni Bellini / Andrea Mantegna, Presentazione al Tempio, um 1460. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons / Wikimedia Commons.

Im Herbst zeigt die National Gallery in London die vergleichende Ausstellung zweier verschwägerter, italienischer Renaissancemeister: Mantegna and Bellini (1. Oktober 2018 – 27. Januar 2019). Im Zentrum der Schau soll die Gegenüberstellung von motivgleichen Gemälden wie der „Presentazione al Tempio“ stehen. Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Berliner Gemäldegalerie erarbeitet, wo sie 2019 zu Gast sein wird.

Schicht im Schacht, der Westfälische Friede und Karl Marx

Ende 2018 schließt mit dem Verbundbergwerk Prosper-Haniel in Bottrop die letzte aktive Zeche im Ruhrgebiet. Der Epoche des Steinkohle­bergbaus widmen sich eine Reihe von Ausstellungen in NRW. Mit dabei ist natur­gemäß das Ruhr Museum in Essen. In der Mischanlage der Kokerei Zollverein ist die, in Kooperation mit dem Deutschen Bergbau-Museum zusammen gestellte Rückschau auf die Epoche der Steinkohle zu sehen: Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte (27. April – 11. November 2018).

Vor 400 Jahren, genauer am 23. Mai 1618, stürmten etwa 200 Vetreter der protestantischen Stände Böhmens in den Prager Königspalast und warfen zwei kaiserlich-königliche Statthalter und einen Kanzleisekretär aus dem Fenster. Die drei Defenestrierten überlebten den Sturz (hier habe die Jungfrau Maria helfend eingegriffen, wusste die katholische Propaganda), Millionen von Menschen in Mitteleuropa überlebten ihn nicht (da zeigte die Jungfrau weniger Erbarmen). Denn die folgenden drei Jahrzehnte brachten eine nie gesehene Hausse im Menschenschlachthaus Europa, die erst drei Jahrhunderte später mit dem Ersten Weltkrieg überboten werden konnte.

Gerard ter Borch, De eedaflegging van de Vrede van Munster in 1648. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons
Gerard ter Borch, De eedaflegging van de Vrede van Munster in 1648. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons.

An das Ende des Dreißigjährigen Krieges mit dem Westfälischen Frieden 1648 und zugleich an das Ende des Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert eine Gemeinschaftsausstellung in Münster. Beteiligt sind das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, das Kunstmuseum Pablo Picasso, das Archäologische Museum der Universität, des Bistum sowie das Stadtmuseum Münster: Frieden. Von der Antike bis heute (28. April – 2. September 2018). Mit dem in Münster und Osnabrück geschlossenen Westfälischen Frieden endete auch der Achtzigjährige Krieg um die Unabhängigkeit der niederländischen Republik der Sieben Vereinigten Provinzen. Das Rijksmuseum in Amsterdam erinnert daran mit 80 Jaar Oorlog (12. Oktober 2018 – 20. Januar 2019).

Vom Krieg zum Klassenkampf: Am 5. Mai 1818 wurde in der Trierer Brückengasse Karl Marx geboren. Zum 200. Geburtstag informiert das Stadtmuseum Simeonstift über Stationen eines Lebens, das Rheinische Landesmuseum macht den größeren Kontext auf mit Leben. Werk. Zeit. und das Museum am Dom kümmert sich um den LebensWert Arbeit (alle 5. Mai bis 21. Oktober 2018). Das Museum Karl-Marx-Haus öffnet zudem nach Sanierung mit einer neuen Dauerausstellung (ab 4. Mai 2018). Mehr Informationen zu den Trierer Jubelfeierlichkeiten: Karl Marx Ausstellung.

Karl Marx Porträt. Foto: Friedrich Karl Wunder. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons
Karl Marx Porträt. Foto: Friedrich Karl Wunder. Ausschnitt. Lizenz: PD-Art, Quelle: Wikimedia Commons.

Das LVR-Landesmuseum in Bonn schließlich widmet sich gegen Ende des Jahres dem Reisen im Mittelalter: Europa in Bewegung. Reisen durch das frühe Mittelalter (15. November 2018 – 12. Mai 2019). Wenn man will, kann man Gegen die Strömung – Reise ins Ungewisse im Leverkusener Museum Morsbroich als eine Art gegenwärtiges Präludium nehmen. Die Ausstellung zeigt zeitgenössische Kunst, „die sich mit dem Reisen als existentiellem Wagnis“ auseinandersetzt (25. Januar – 29. April 2018) – siehe auch oben die „Erträumten Reisen“ Kirchners in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle.

Die Agenda 2018 NRW

Reiseplanung 2018

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